Am 30. Juni veröffentlichte das Londoner Energy Institute seinen aktuellen Statistical Review of World Energy 2026. Die Publikation gehört zu den umfassendsten und unabhängigsten Datensammlungen zur weltweiten Entwicklung von Energieverbrauch, Energieträgern, Stromproduktion und Treibhausgasemissionen. Enerprice hat die verfügbaren Daten ausgewertet und teilweise durch eigene Berechnungen ergänzt. Ziel ist es, die energiepolitische Diskussion auf belastbare Fakten abzustützen […]
Am 30. Juni veröffentlichte das Londoner Energy Institute seinen aktuellen Statistical Review of World Energy 2026. Die Publikation gehört zu den umfassendsten und unabhängigsten Datensammlungen zur weltweiten Entwicklung von Energieverbrauch, Energieträgern, Stromproduktion und Treibhausgasemissionen.
Enerprice hat die verfügbaren Daten ausgewertet und teilweise durch eigene Berechnungen ergänzt. Ziel ist es, die energiepolitische Diskussion auf belastbare Fakten abzustützen – statt auf vereinfachte Schlagworte oder Wunschvorstellungen.
Der weltweite Energieverbrauch steigt weiter
Der globale Energieverbrauch nimmt seit Jahrzehnten total aber auch pro Einwohner fast ununterbrochen zu. Lediglich aussergewöhnliche Ereignisse wie die Finanzkrise von 2008 oder die Corona-Pandemie führten vorübergehend zu einem Rückgang.

Diese Entwicklung ist kritisch zu beurteilen. Bevölkerungswachstum, steigender Wohlstand und die Industrialisierung in vielen Regionen erhöhen den Energiebedarf weiter. Gleichzeitig gelingt es bisher nicht, den zusätzlichen Verbrauch ausreichend durch emissionsarme Energieträger abzudecken.
Auch die weltweiten Emissionen steigen
Besonders ernüchternd ist die Entwicklung der Treibhausgasemissionen. Seit 1990 sind die weltweiten Emissionen um über 70 Prozent gestiegen. Selbst seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 nahm der Ausstoss nochmals um knapp 10 Prozent zu.
Dies zeigt deutlich: Die bisherigen globalen Anstrengungen reichen nicht aus, um die Emissionsentwicklung nachhaltig zu bremsen. Technischer Fortschritt und der Ausbau erneuerbarer Energien werden vielerorts durch den stark wachsenden Energiebedarf wieder aufgehoben.
Die Schweiz schneidet vergleichsweise gut ab
Im internationalen Vergleich ist die Schweiz gut positioniert. Mit rund 4,5 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Einwohner liegen die Emissionen unter jenen vieler vergleichbarer Industrieländer wie Deutschland, Österreich oder Norwegen.
Dazu tragen insbesondere die CO₂-arme Stromproduktion aus Wasserkraft und Kernenergie, eine hohe Energieeffizienz sowie die wirtschaftliche Struktur der Schweiz bei. Dieses gute Ergebnis darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Schweiz weiterhin gefordert ist – insbesondere bei Mobilität, Wärmeversorgung und der langfristigen Versorgungssicherheit.
Fossile Energien dominieren weiterhin
Weltweit stammen weiterhin mehr als 85 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus Öl, Erdgas und Kohle. Erneuerbare Energien wachsen zwar stark und haben ihre Produktion in den vergangenen 20 Jahren vervielfacht. Ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch bleibt jedoch noch vergleichsweise gering.

Auch in Europa dominieren fossile Energieträger weiterhin deutlich. Die Transformation des Energiesystems ist somit keine kurzfristige Aufgabe, sondern eine langfristige strukturelle Herausforderung.
Chancen und Verantwortung für die Schweiz
Die Schweiz verfügt über gute Voraussetzungen: eine stabile Infrastruktur, hohe Innovationskraft, einen weitgehend CO₂-armen Strommix und eine starke Wirtschaft. Gleichzeitig ist sie eng in die europäischen Energiemärkte eingebunden und damit von internationalen Entwicklungen abhängig.
Aus Sicht von Enerprice braucht es deshalb eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz konsequent miteinander verbindet. Ideologische Scheindebatten helfen dabei ebenso wenig wie unrealistische Zielsetzungen ohne Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Fazit
Die Schweiz steht im internationalen Vergleich gut da. Die weltweite Entwicklung bleibt jedoch besorgniserregend: Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen steigen weiter, während der Umbau der Energiesysteme nur schrittweise vorankommt.
Für Unternehmen und öffentliche Institutionen wird es deshalb immer wichtiger, Energieverbrauch, Kosten und Emissionen transparent zu erfassen und auf dieser Grundlage konkrete Massnahmen zu entwickeln.
Enerprice unterstützt Unternehmen und Immobilienorganisationen dabei, Energiedaten zu analysieren, Beschaffung und Versorgung zu optimieren sowie realistische Wege zur Effizienzsteigerung und Dekarbonisierung zu entwickeln.
Denn erfolgreiche Energiepolitik und erfolgreiche Unternehmensentscheide beginnen nicht mit Schlagworten – sondern mit verlässlichen Daten.
Faktentabelle
