Harter Kampf um Erdgaskunden (NZZ am Sonntag vom 15.11.2020)

Harter Kampf um Erdgaskunden (NZZ am Sonntag vom 15.11.2020)

Die Wettbewerbskommission hat gegen den Willen der Branche den Markt geöffnet. Städtische Energieunternehmen, die neben Gas noch Wasser, Strom oder Telekomdienstleistungen anbieten, machten bisher zwischen 50 und 60% ihres Unternehmensgewinnes mit Erdgas, wie Branchenkenner schätzen.

Der diesjährige Mai war aussergewöhnlich sonnig und mild. Doch für die Schweizer Gasbranche endete er mit einem gewaltigen Gewitter. Am 25. Mai gab die Wettbewerbskommission (Weko) das Ergebnis von langen Abklärungen bekannt: Zwei Versorger in der Zentralschweiz hatten jahrelang ihre dominante Stellung missbraucht und Drittanbietern die Durchleitung von Gas verweigert. Die Folge: eine Busse in der Höhe von 2,6 Mio. Fr. Die beiden Versorger waren sowohl Lieferanten wie auch Besitzer der lokalen Versorgungsnetze. Das nutzten sie aus, um sich die Konkurrenz vom Leibe zu halten – so wie viele andere Schweizer Versorger auch. Die Weko sagt, ihr Urteil habe Signalwirkung für das ganze Land.
 

Tausende Franken sparen

Und der Wind beginnt zu drehen. René Baggenstos vom unabhängigen Energielieferanten Enerprice hat auf Anfang Oktober nicht nur eine Reihe von neuen Lieferverträgen abgeschlossen. Er bekommt auch viele Anfragen von wechselwilligen Kunden.

Ganzer Artikel als PDF (NZZ, 15.11.2020)