Newsletter Februar 2020

Newsletter Februar 2020

Die Energiepreise in Europa sind aktuell unter Druck. Die Ursachen dieser Preisschwäche sind vielfältig. Einerseits trägt sicher das sehr milde Winterwetter dazu bei. Aber die Probleme rund um das Coronavirus in China reduzieren die Nachfrage stark, was sich international auswirkt. Enerprice behält für Sie den Überblick über die Energiepreise.

Strompreise nähern sich einem 2-Jahres-Tief

Der Strompreis orientiert sich an den Grosshandelspreisen, insbesondere am EEX CH-Base-Future. Mit aktuell knapp 48 CHF/MWh für das Frontjahr 2021 liegt der Preis nur noch rund 2 EUR/MWh über dem tiefsten Preis seit Anfang 2018.

Erdgas auf Talfahrt

Weltweit nimmt die Bedeutung von Liquified Natural Gas (LNG) ständig zu. Dies führt zu einer Internationalisierung der früher rein leitungsgebundenen Energie und zu einem massiven Ausbau des Angebots. Bei aktuell geringer Nachfrage sind die Preise auf ein fast historisches Tief gefallen. So fiel der NCG Year Future 2021 alleine seit anfangs 2020 um über 10% auf nur noch rund 16 CHF/MWh. Auffallend sind auch die sehr hohen Erdgas Speicherstände in Deutschland, welche wiederum Druck auf u.a. die Kohlenpreise ausüben.

Speicherstände jeweils am 11. Februar im Vergleich zu 2011:

2020: 533% 2015: 282%
2019: 386% 2014: 335%
2018: 294% 2013: 150%
2017:230% 2012: 174%
2016: 385% 2011: 100%

Kohle und Erdöl ebenfalls tief

Auch die zwei weltweit nach wie vor wichtigsten Energieträger – sie machen zusammen insgesamt über 60% des Gesamtenergiekonsums aus – sind preislich unter Druck. Da sie aufgrund ihres Gewichts auch die andern Energiepreise beeinflussen, sind aktuell kaum grössere Preisaufschläge zu erwarten. So notiert der Rohölpreis Brent mit rund 54 USD/Barrel nahe eines 2-Jahres-Tief.

CO2 von der EU „reguliert“

Der Handel mit CO2-Zertifikaten ist stark reguliert und folgt somit andern Regeln. So sind die für die Schweiz und Europa wichtigen European Emission Allowances (EUA) stark von Brüssel beeinflusst. Die Preise können durch die EU sowohl durch die Zuteilungen wie auch durch die Bildung sogenannter „Marktstabilitätsreserven“ beeinflusst werden. Aktuell liegen die Preise bei rund 24 EUR/tCO2 bei leicht fallender Tendenz.