CO2 wird auch ohne neues Gesetz teurer

Während sich an der Corona-Front eine gewisse Entspannung abzeichnet, regieren an den Energiemärkten ungebremst die Bullen. Die Preise für CO2, Strom, Erdgas oder Heizöl kennen seit letztem Herbst alle nur eine Richtung.

Wenig erfreut in diesem Umfeld die Ankündigung des BAFU, dass ab 2022 auch die CO2-Abgaben um 25% steigen werden.

CO2-Abgabe steigt auf 120 CHF/Tonne

Seit 2008 werden auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas CO2-Abgaben erhoben. Ursprünglich betrug diese 12 CHF pro Tonne ausgestossenes CO2. Mit der angekündigten Erhöhung ist der im geltenden Gesetz maximal mögliche Satz von 120 CHF/ Tonne erreicht worden, eine Verzehnfachung also innerhalb von 14 Jahren.
Die Erhöhung des Abgabesatzes ist vom Gesetzgeber so gewünscht worden. Sobald die festgelegten Schwellenwerte nicht erreicht werden, soll die Abgabe in Schritten auf maximal 120 CHF pro Tonne angehoben werden. Im Jahr 2020 lag der Schwellenwert bei 33% weniger CO2 Ausstoss als im Jahr 1990. Erreicht wurden aber "nur" 31%.

CO2-Preis steigt nicht nur in der Schweiz

Eine nahezu Verzehnfachung der Kosten für CO2-Emissionen ist auch in der EU vollzogen worden. Nur, dass dort in weniger als 4 Jahren diese massive Steigerung erfolgt ist. Mit wirtschaftlichen Kennzahlen lässt sich diese Marktentwicklung nicht erklären und es liegt die Vermutung nahe, dass ein sehr grosser Teil des (politisch erwünschten) Preisanstiegs auf Spekulation beruht. Beunruhigend ist dies wiederum für die energieintensive Schweizer Industrie, welche im CO2- System der EU verpflichtet ist und nun mit deutlich höheren Kosten rechnen muss.

Bezahlen dürfen alle!

Wer bereits fossilfrei unterwegs ist, mag nun denken, dass die Erhöhung des CO2-Preises nur diejenigen belastet, welche die Umstellung (noch) nicht vollziehen konnten. Diese Schlussfolgerung ist jedoch inkorrekt, da die restlichen Energiemärkte auf den CO2-Preis reagieren. Gleichzeitig haben wir in Europa einen langen Winter und kaum einen Sommer erlebt bis jetzt und auch die Einspeisung von Windstrom liegt deutlich unter den Erwartungen.

Mittlerweile haben die Strompreise schon fast wieder das Maximum des Finanzkrisen-Jahres 2008 erreicht. Auf dem Spotmarkt werden Preise von mehr als 10 Rp/kWh gehandelt und für das Jahr 2022 haben wir Angebote von 9.5Rp/kWh gesehen. Eine Korrektur scheint sich früher oder später aufzudrängen...

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